NUKLEARMEDIZIN: DIAGNOSTIK UND THERAPIE

Nuklearmedizin in Engelskirchen

DIE NUKLEARMEDIZIN

In der Nuklearmedizin unterscheidet man grundsätzlich die nuklearmedizinische Diagnostik (= Untersuchung) und die nuklearmedizinische Therapie (= Behandlung).

Nuklearmedizinische Diagnostik
Die nuklearmedizinische Diagnostik ist eine Methode, die in der Lage ist, die Funktion von nahezu allen Organen und Organsystemen im Körper zu untersuchen. Hierzu injiziert (=spritzt) Ihnen der Facharzt für Nuklearmedizin (= Nuklearmediziner) eine spezielle Substanz, je nach zu untersuchendem Organsystem. Diese Injektion (=Spritze) erfolgt in der Regel in eine Vene am Arm. Die Substanz fließt nun mit dem Blut in das Organ bzw. Organsystem, welches untersucht werden soll.

Für fast alle Organsysteme existiert eine "passende" Untersuchungssubstanz. Aus der Art, wie diese Substanz zu dem Organsystem fließt, wie sie von diesem aufgenommen wird, wie sie verstoffwechselt und schließlich wieder ausgeschieden wird (und wie lange all dieses dauert), kann der Nuklearmediziner Rückschlüsse auf die Organfunktion ziehen und feststellen, ob krankhafte Veränderungen vorliegen.

Wie aber kann der Nuklearmediziner sozusagen "von außen" erkennen, wie sich die Untersuchungssubstanz in Ihrem Körper verteilt und verhält? Hierzu gibt es einen raffinierten Trick: an die Untersuchungssubstanz ist eine winzige "Strahlenquelle" (sog. Gammastrahlen) gekoppelt, welche nach aussen abstrahlt. Um diese sehr schwache radioaktive Strahlung zu messen, existieren hochmoderne "Messgeräte", die sog. "Gamma-Kameras".



Diese sind in der Lage, selbst die winzigen Strahlungsmengen, die Ihnen injiziert worden sind, aufzufinden und so (d.h. über diese Strahlung) ein genaues Abbild der Verteilung und des Verhaltens der Untersuchungssubstanz zu liefern (z. B. in Form eines sog. "Szintigramms").

Vor dieser Strahlung müssen Sie keine Angst haben, da sie zum einen extrem niedrig ist und zum anderen sehr schnell von selbst wieder abgebaut bzw. von Ihrem Körper ausgeschieden wird: abhängig von der Art der Untersuchung und der benutzten Strahlenquelle, ist nach ca. ein bis zwei Tagen die Strahlung praktisch nicht mehr nachweisbar. In der Tat ist diese Strahlung so gering, dass weder der Nuklearmediziner noch die anderen Mitarbeiter/-innen des Paxis-Teams eine besondere Schutzkleidung tragen müssen (auch keine Bleischürzen, wie Sie das sicherlich von bestimmten Röntgenuntersuchungen her kennen). Aufgrund dieser nur geringen Strahlung ist es dem Nuklearmediziner und seinen Mitarbeiter/-innen auch jederzeit möglich, zu Ihnen in den Untersuchungsraum zu kommen, falls Sie Fragen haben oder irgendwelche Hilfe benötigen.

Noch ein Wort zu den benutzen Untersuchungssubstanzen: diese werden sehr gut vertragen und verursachen keine Nebenwirkungen, wie das z. B. bei Röntgen-Kontrastmittel oder anderen Arzneimitteln der Fall sein kann. Um die hohen Qualitätsanforderungen zu erfüllen, stehen in unserem Institut die entsprechend modernen Kamerasysteme zur Verfügung.

Röntgen in Engelskirchen und Eitorf


Therapie des Morbus Bechterew (=Bechterewsche Erkrankung) mit Bestrahlung

Nuklearmedizinische Therapie
Die nuklearmedizinische Therapie kann krankhafte Veränderungen in Ihrem Körper durch eine besondere, hochwirksame Strahlung beseitigen bzw. Symptome wie Schmerzen deutlich lindern. Die häufigsten nuklearmedizinischen Untersuchungen betreffen die Schilddrüse, das gesamte Knochensystem, die Gelenke, das Herz, die Niere, aber auch weitere Organe, wie die Nebenschilddrüse. Nuklearmedizinische Therapie gibt es v.a. in folgenden Formen:

• Therapie von Gelenkerkrankungen: Radiosynoviorthese

• Therapie von Knochenmetastasen: Therapie von schmerzhaften Knochenmetastasen bei bösartigen Tumorerkrankungen.

Bei der nuklearmedizinischen Therapie wird Ihnen eine Substanz injiziert (= gespritzt), entweder in eine Vene (Behandlung von Knochenmetastasen) oder direkt in das betroffene Gelenk (Radiosynoviorthese). Gemeinsames Prinzip dieser Behandlungen ist, dass an diese Substanzen, die Ihnen gespritzt werden, eine hochwirksame radioaktive Strahlenquelle (sogenannte Betastrahlen) gekoppelt ist, welche die krankhaften Prozesse, die bei o.g. Erkrankungen in Ihrem Körper vorliegen, beseitigen oder aufhalten kann.

Die Strahlung, welche bei der nuklearmedizinischen Therapie benutzt wird, unterscheidet sich grundsätzlich von derjenigen, die bei der nuklearmedizinischen Diagnostik verwandt wird. Während bei der Diagnostik eine sehr schwache Strahlung benutzt wird (sog. Gammastrahlen), verwendet man bei der Therapie eine sehr intensive Art von Strahlung (sog. Betastrahlen). Dies liegt daran, dass bei der Therapie die Strahlung ja krankhafte Veränderungen in Ihrem Körper behandeln soll und deshalb zwingend diese Intensität aufweisen muss.